01. bis 10. April
Um's kurz zu machen: Die Arbeit geht ihren Gang, ich bin wieder mit dabei und zum
Abendbrot gibt es nun was wir wollen, weil Barry zwar mit neuem Laptop aber pleite
aus Neuseeland zurückkam.
Deswegen, d.h. wegen seiner Mietrückstände wurde er auch von Derek aus der
Wohnung gefeuert. Zum Glück hat er schnell was Neues gefunden,
wo ich ihn auch hinchauffieren musste, aber was ich gerne machte,
da er so schneller weg war.
11. bis 13. April
Mal drei Tage etwas Abwechslung. Am Freitag hat Anja eine ziemlich große Redback Spinne
(gefährlich) an ihren Blumentöpfen rumkrabbeln gehabt. Scotty hat einfach mit dem
Handschuh draufgedrückt und sie dann leider nicht mehr gefunden. Dementsprechend
aufregend war es die restlichen Töpfe umher zu tragen.
Am Samstag durfte ich zu Hause einen höhenverstellbaren Superstaubsauger mit
motor-betriebener Bürste benutzen, der so schwer und klobig war, dass man in keine
Ecke oder unters Bett kam. Die grellen Nebelscheinwerfer vorne waren da auch wenig
hilfreich.
Sonntags waren wir dann bei einer Arbeitskollegin zum „Early Tea“ eingeladen.
Nach anfänglicher Verwunderung wissen wir mittlerweile, dass es sich hierbei im Grunde
um ein normales Abendessen handelt. Eigentlich. Wegen der plötzlichen Taufe (?!) ihrer
Nichte oder so, war sie aber im Stress und hat deswegen beim Chinesen! bestellt.
Obwohl dies ihr scheinbar kein Unbehagen bereitete, wie es unsereinem wohl täte.
Der Abend war aber sonst wirklich schön, denn sie und ihre Tochter stehen auch auf
englischen Humor und sind nicht so weltfremd wie die meisten andern Australier.
19. April
Nach einer weiteren eintönigen Woche haben wir es heute endlich mal geschafft nach
Perth rein zu fahren.
Perth liegt am „Swan River“, es ist eine moderne, sonnige Stadt. Es sind auch noch
„alte“ Gebäude vorhanden.
Man kann die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß abklappern und das haben
wir dann auch getan.
In der Fußgängerzone haben wir dem „London Court“ einen kurzen Besuch abgestattet.
Dies ist eine künstlich auf alt gemachte Fachwerkhäuser-Gasse, ausgestattet mit
Souvenir-Ramschläden. Wer keine Historie hat, baut sich eine!
Die Williams Street, die vom Hyde Park zum Stadtzentrum führt, bietet so ziemlich alle
Arten von asiatischen Fressbuden, dort mussten wir jedes Mal der Versuchung widerstehen, uns
rund zu essen.
In den „Swan Bells“, einem gläsernen Glockenturm kriegt man für’s Selberbimmeln ein
Glöcknerzertifikat, das war uns die 10 Dollar Eintritt aber nicht wert.
Im Grunde gibt es nichts speziell Herausragendes, aber lauter nette Kleinigkeiten
machen Perth einfach zu einer sehr liebenswerten Stadt.
23. April
So nun hat unser Vermieter nun endgültig den Vogel abgeschossen. Er wollte uns fristlos
noch in der Nacht herausschmeißen, nur weil wir mit ihm eine kleine
Meinungsverschiedenheit über die Nutzung der Klimaanlage als Heizung hatten.
Die Nacht zuvor hatten wir sie nämlich einmal laufen, da es einen Kälteeinbruch gab,
der hier unten Anfang Winter nicht selten ist. Aber Derek meint, gegen Kälte könnte
man ja zusätzliche Decken (die wir nicht haben) nutzen.
Davon, dass wir sie sonst nie
benutzt haben wenn es nur „warm“ war, so wie es die Australier machen, wollte er nichts
wissen. und abgesehen davon wäre es eh noch nicht so kalt und wir hätten nur unsere
Wäsche trocknen wollen.
Wie auch immer, der Typ hat ne Vollmeise, und ich musste ihn erstmal auf seine
vertraglich festgelegte Kündigungsfrist von 2 Wochen hinweisen. 10 Min später hatten
wir eine schriftliche Kündigung mit der Selben. Egal, wir wollten eh in drei Wochen los.
Feige wie er ist, fanden wir am nächsten Tag wieder einen Brief mit dem Hinweis,
dass er die Fernbedienung der Klimaanlage bis auf Weiteres
(wenn er es für kalt genug hält, 5 Grad wahrscheinlich) einbehält und uns untersagt
wird, Barrys Nachfolger negativ zu beeinflussen.
Würden wir es wagen, dürften wir sofort gehen.
Das heißt, im Falle unserer freien
Meinungsäußerung würde er die gesetzliche Kündigungsfrist einfach streichen!
Ich habe dann sogar die Rechtsberatung angerufen. Die wollten sofort einen Termin mit
mir ausmachen, aber ich habe es dann gelassen, da wir eh nur noch wegwollten und unsere
Reise fortsetzen.
25. April
Unser Wochenendausflug nach Albany war alles andere als langweilig. Am freien ANZAC Day,
an dem die Australier feiern, im Weltkrieg gegen die Türken eins auf die Nase bekommen
zu haben, sind wir los. Die verkaufen sogar ANZAC-Kekse, und zwar, indem sie im
Supermarkt eine Schaufensterpuppe militärisch einkleiden, mit Fahne dekorieren und die
Kekse auf Munitionskisten stellen.
In Mandurah haben wir dann das erste Mal unsere Hinterachse knacken hören. Erstmal sind
wir weiter nach Bunburry, wo wir dann den RACV (der westaustralische ADAC) geholt haben.
Es lohnt sich immer wieder, Mitglied beim ADAC zu sein, denn ich musste nichts bezahlen!!
Der Mensch meinte, wir haben kein Öl mehr im Differential (Heckantrieb) und die Teile
reiben aufeinander. So mussten wir den nächsten Campingplatz aufsuchen. Am nächsten Tag
haben wir in einer Werkstatt Öl nachfüllen und einen Sicherheitscheck machen lassen.
Eine Stunde später hörten wir das Geräusch wieder, haben unseren Ausflug aber
fortgesetzt, da es nach Perth zurück eh länger als nach Albany war. Fast zufällig haben
wir einen der hohen Bäume, die früher als Feuerausguck genutzt wurden und wo heute
Touristen auf den eingeschlagenen Nägeln hochklettern, entdeckt. Für uns war diese
luftige Angelegenheit aber nichts.
Den Treetop-Walk im „Valley of the Giants“ (Steg über die Baumkronen) konnten wir erst
am nächsten Tag machen. Mann war das hoch, und geschwankt hat es auch ganz schön.
Wegen der verlorenen Zeit haben wir Albany leider im Schnelldurchlauf gemacht, um dann
die letzten 5 Stunden des langen Wochenendes nach Perth zurück zu hetzen.
30. April
Heute habe ich, nachdem ich Anja zur Arbeit gefahren habe, das Auto in die Werkstatt gefahren. Dann ging das Chaos los, da sich keiner zuständig fühlte. Die Dritte dann endlich (Getriebe Spezialisten) bereitete mich auf einen Austausch des Differentials im Wert von ca. 1000 Dollar (600 Euro) vor. Na prima ! Da sie das Auto da behalten hatten, fuhr ich mit dem Zug zurück und Anja wurde von einer Kollegin heimgefahren.