20. September 2007


Nach nur 12 Stunden Flug von Frankfurt sind wir in Singapur gelandet und abends mit dem Taxi zum Hotel gefahren. Dann haben wir noch bei einem Inder was gegessen. Hat wie zu Hause geschmeckt !

Das "Hotel" ist eine richtige Absteige: Ein kleines fensterloses Zimmer mit selbst gebastelten Kleiderbügeln aus Draht im "Schrank", dreckigen Laken, Möbeln vom Sperrmüll und einem innerlich abbrennenden Fernseher, wenn man den Fehler macht und ihn einschaltet, aber immerhin mit Klimaanlage! Diese pustet zwar direkt ins Bett und hat meine Erkältung schön verlängert, aber abschalten geht auch nicht, da man sonst zerfliesst... Aber um fair zu sein, es kostet umgerechnet 10 Euro pro Nase und Nacht !


21. September


Weil wir verschlafen haben, begann der Tag erst um halb drei (Ortszeit) mit einem Kaffee im Tekka-Center in Little-India (eine der vielen Food-Halls, in die in den 60ern sämtliche Straßen-Imbisse aus hygienischen Gründen verbannt wurden).
Später in der Innenstadt gab’s einen weiteren Kaffee und einen Green-Tea-Latte mit Waldbeeren-Sauce! im Starbucks, um deren WLAN zu nutzen, weil der moderne Mensch ja nicht drauf verzichten kann.
Mit der „Chathedral of the Good Shepherd” begannen wir unsere erste Tour durch Singapur-City. Abends waren wir lecker chinesisch Essen an der Uferpromenade. Beendet haben wir den Tag mit einem sehr teurem Bier in einem australischen Pub - wie wir später merkten, als uns Barry aus Perth und John aus Sydney (nicht mehr ganz nüchtern) vom Nachbartisch in ein Gespräch verwickelten.


22. September


In einer typisch schwülen Tropenhitze (geschätzte 75° C und 125% Luftfeuchtigkeit) rannten wir in das nächste Shopping- und Food Center, diesmal "Bugis Junction Tower". Nach einer Odyssee durch Mode-Krempel und Spielwaren-Kitsch haben wir dann die "Food Junction" gefunden:
In einer Saft-Bar haben wir einen Kaffee getrunken (einen der besten meines Lebens - kein Scherz!) und uns aus Orangen, Ananas und Papajas einen Saft pressen lassen- mmh lecker! Stunden später - nachdem wir unser Essen aus dutzenden asiatischen Leckereien zusammengestellt hatten, sind wir aufgebrochen. Zunächst sind wir durch "Tanjong Pagar" (früheres Fischerdorf; später Spelunken-Viertel; heute Karaoke- und Gay-Szene), komischerweise mit jeder Menge Brautläden.
Gleich im ersten Tempel in China-Town hatten wir das Glück einer buddhistischen Zeremonie beizuwohnen. Der älteste chinesische Tempel, "Thian Hock Keng", ist in einem Straßenzug mit einer Moschee und weiteren buddhistischen Tempeln. Auf dem Weg zum Swissotel mit Ausblick auf die Stadt vom 70. Stock haben wir zufällig noch den ältesten Hindutempel "Sri Mariamman Temple" bewundern können.
Für den Heimweg haben wir uns das arabische Viertel vorgenommen - weniger wegen der dort befindlichen Sultan Mosque, vielmehr wegen des erhofften arabisch/libanesischen/ persischen Abendessens. Das hatten wir dann auch!


23. September


Die vormittägliche Besichtigung unseres Stadtviertels "Little India" wurde zunächst von einem typisch tropischen Regenguss gebremst. Nach einem McDonalds Frühstück war endlich nur noch die Luft feucht und wir haben uns kurz die Gewürzhändler, Juweliere und Tempel angesehen.
Weil wir unsere Unterkunft Mittag verlassen mussten, haben wir die Seilbahnfahrt zur Insel Sentosa und deren Erkundung voll bepackt in Angriff genommen, um dann fast zu spät am Flughafen einzutreffen:

Auf nach „Unten Drunter“ !!!



AUSTRALIEN: 24. September


Da sind wir nun: im sonnigen Sydney! Mit dem Sammeltaxi sind wir zum Hostel und haben dabei schon ne Menge Stadt gesehen. Scheint schon paar schöne Ecken zu geben! Unsere Straße erscheint auch ganz nett. Auch wenn sie in Kings Cross – dem Rotlicht-, Tourie- und Party-Viertel liegt.
Weil unser Zimmer noch nicht frei war, sind wir erstmal zufällig ins benachbarte, alte Hafenviertel Woolloomooloo gegangen. Ein leicht verfälschter Eindruck, wie wir abends feststellten, als wir mal in die andere Richtung sind und die Puffs, Tattooshops und runtergekommenen Nutten entdeckt haben.
Nebenbei wollten wir hier was Günstiges zu Essen finden, was ganz schön teuer ist in den kleinen Stores. Schwierig, schwierig! Es wurde dann ne Pizza.


27. September


Die letzten drei Tage hätten wir beinahe ganz durchgeschlafen, aber wir mussten uns ja eine neue Bleibe suchen. Auf Dauer ist so’n Hostel zu teuer. Das Weichbrot mit Billigmarmelade zum Frühstück (solange der Vorrat reicht) reist es dann auch nicht raus.
Nebenbei haben wir dann auch schon etwas mehr von der Stadt kennen gelernt. Zuerst Glebe, ein Studentenviertel, mit schönen alten Reihenhäuschen und vielen verschiedenen, preiswerteren Lokalen. Ein Thai-Imbiss haben wir auch gleich nach der Zimmerbesichtigung getestet, weil wir den Bus verpasst hatten. War sehr lecker und viel! Das war aber nicht der Grund, warum wir uns dann auch für das Zimmer entschieden haben. Es war einfach überzeugender als das nächste in Redfern.
Der Reiseführer riet von abendlichen Spaziergängen in diesem angeblichen Slum- Viertel ab. So schlimm war’s nun nicht, aber von dem versifften Zimmer bei einem Asiaten der im offenen Wohnzimmer haust, konnte uns auch nicht der Pool und die Sauna im Keller überzeugen.
Zurück von diesem spätabendlichen Ausflug haben wir in Kings Cross noch ein günstigen Imbiss gefunden und begleitet von klassischer Musik gegessen.


28. September


Mittlerweile war’s auch mal Zeit einen Blick auf die Oper und das Circular Quay (Fährhafen, übrigens die Landungsstelle der ersten Siedler Australiens) daneben zu werfen. Auch wenn es wieder viel zu organisieren gab: Wir mussten uns eine feste Postadresse besorgen (da gibt es extra Firmen die diesen Service beantragen), ein australisches Konto, die Mietkaution einzahlen, eine Prepaid-Handykarte und eine australische Steuernummer, um legal Geld zu verdienen. Das muss man selbst an einem Rechner machen, wird dabei aber von einer Oberschullehrerin im Nacken „unterstützt“ bzw. beaufsichtigt.
Unseren Hunger haben wir heute mit 6 riesigen Sushirollen gestillt, für - man bemerke - nur 6,40 Australische Dollar (1 AUD ~ 0,60 €), während wir vorher 2,80 AUD für ein Fläschchen Wasser bezahlt hatten.


29. September


Wir waren auf der „Australia needs skills“-Expo, wo junge talentierte Leute gesucht wurden, um zu immigrieren. Wir sind trotzdem mal hingegangen…
Abends in der Hostel-Küche hatten wir noch eine Begegnung der unheimlichen Art: da kam ein krebsroter, ungepflegter Typ mit zwei Plastiksäcken, den wir zunächst für den Hausmeister hielten. Als er dann aber ein unbezogenes Bettzeug und eine zerlumpte Tasche anschleppte und sich mit einem Döner auf dem Küchensofa breit machte, war uns klar, dass er der staatlich-geprüfte Hostel-Sofa-Tester sein musste.
Wird Zeit, dass wir morgen in unsere neue Bleibe umziehen, in ein altes Reihen-Haus im Studentenviertel Glebe, mit sieben jungen Leuten aus aller Welt.









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Mr Floppy